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Bernhard Effertz

       
 
 
 
 

Die Jüdische Gemeinde in Hamburg trauert um ihren langjährigen Vorsitzenden Bernhard Effertz seligen Angedenkens, der nach langer, mit Mut und Zuversicht ertragener Krankheit, am  21. November 2019 (23. Cheshvan 5780) im Alter von 73 Jahren verstorben ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bernhard Effertz war der Gemeinde jahrzehntelang eng verbunden und hatte ihr von 2011 bis zum Sommer 2019 als Vorsitzender vorgestanden. Wie kaum ein anderer in der jüngeren Vergangenheit hat Bernhard Effertz die Jüdische Gemeinde in Hamburg durch sein Wirken geprägt. Ohne die Schrecken der Schoah vergessen machen zu wollen und das Angedenken daran zu schmälern, schaute Bernhard Effertz doch am liebsten nach vorn. Eine einige Jüdische Gemeinde als Teil seiner zweiten Heimat Hamburg, das war sein Wunsch. Mit dem ihm von Geburt an eigenen rheinischen Optimismus und angelsächsisch/amerikanischem Pragmatismus packte Effertz die Probleme der Hamburger Gemeinde an. Ob orthodox, liberal oder agnostisch – Effertz hatte Respekt für jede Form des Judentums und des Glaubens. Und er forderte diesen Respekt in Zeiten, als die Gemeinde durchaus uneins war in ihrer Ausrichtung, auch energisch ein.

„Ich bin so ein bisschen der Papa für viele“ sagte Effertz 2014 in einem Gespräch mit der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit“. Eine Selbsteinschätzung, die seinem Bild in der Gemeinde ziemlich exakt entsprach. Bernhard Effertz war der menschliche Dreh- und Angelpunkt der Jüdischen Gemeinde. Wer Sorgen hatte – egal, welcher Art, konnte Tag und Nacht zu ihm kommen. Und wo er nicht ad hoc zu helfen vermochte, verringerte schon seine Gabe, für die Sorgen seiner Mitmenschen ganz besonders empfänglich zu sein und ihnen zuzuhören, die Not. Bernhard Effertz war die jüdische Gemeinde eine Herzensangelegenheit.

Davon können auch etliche Vertreter dieser Stadt ein Lied singen, die Effertz mit seiner Leidenschaft häufig für Dinge zu begeistern vermochte, die zuvor für unmöglich gegolten hätten. Eines dieser Herzensprojekte war ihm das Joseph-Carlebach-Bildungshaus. Mit all seiner Kraft hat er sich dafür eingesetzt, dass es gedeiht und wächst, als starkes Zeichen jüdischer Bildung und Identität. Jedes einzelne Kind, das diese Schule besucht und später dort einmal sein Abitur macht, ist ein lebendiges Vermächtnis von Bernhard Effertz und seinem unbedingten Willen, das Hamburger Judentum wieder in die Mitte der Stadtgesellschaft zu rücken.

Die Jüdische Gemeinde verdankt Bernhard Effertz viel, mehr als es sich in der Trauer zum Ausdruck bringen ließe. Effertz lebte den Begriff der Einheitsgemeinde und hat damit seine Hamburger Gemeinde zu neuer Blüte gebracht. Und auch sein Herzenswunsch, jahrelang als unerreichbare Utopie abgetan, der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge, ist jetzt – auch durch seine Unbeirrtheit –in greifbare Nähe gerückt. Es ist nun an Hamburgs Juden, auch ohne „Papa“ diese hochgesteckten Ziele weiterzuverfolgen, den Frieden in der Hamburger Gemeinde zu bewahren und für das weitere Wachsen eines selbstbewussten hanseatischen Judentums zu sorgen.

„Unsere Perspektive ist ein modernes, weltoffenes Judentum, das fest im jüdischen Alltag verankert ist“, sagte Effertz in dem Zeitgespräch. Die Jüdische Gemeinde in Hamburg wird versuchen, diesen Weg in seinem Sinne weiterzugehen.

Unser Mitgefühl und unsere Gedanken gelten seiner Familie, die ihm so wichtig war: seiner Frau Ava, den Töchtern Hannah und Daniela und den Enkelkindern.

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